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    Guide

    Schlafguide

    Schlaf und Kinder sind eine Kombination, bei der viele Fragen auftauchen – und entsprechend oft gegoogelt wird. Wie viel Schlaf braucht ein Kind je nach Alter? Wann sollten Kinder ins Bett gehen? Sollten Babys alleine oder im Elternbett schlafen? Und warum können Kinder oft nicht einschlafen oder durchschlafen? In diesem Guide rund ums Thema Schlaf bei Kindern gehen wir auf diese und weitere häufige Fragen ein – vom Babyschlaf über Abendroutinen und Einschlafprobleme bis hin zum Familienbett.

     

  • Kinder und Schlafen – wichtig für Entwicklung, Bindung und Wohlbefinden

    Schlaf ist überlebenswichtig für Menschen und ganz besonders für Kinder. Im Schlaf wächst der Körper, das Gehirn verarbeitet alle Eindrücke des Tages, das Immunsystem wird gestärkt und Gefühle bearbeitet. Schlafmangel kann bei Kindern zu schlechter Laune, verminderter Konzentration oder verringerter kognitiver und physischer Entwicklung führen, ganz genau wie bei Erwachsenen. Babys, Kleinkinder und Kinder haben allerdings einen höheren Schlafbedarf als Erwachsene. Doch wie viele Stunden Schlaf braucht ein Kind je nach Alter?

    • Neugeborene brauchen durchschnittlich etwa 16–18 Stunden Schlaf am Tag.

    • Babys im Alter von 6–12 Monaten brauchen ca. 12–15 Stunden Schlaf am Tag.

    • Kleinkinder im Alter von 1–3 Jahren brauchen ca. 12–14 Stunden Schlaf am Tag.

    • Kinder im Kindergarten- und Vorschulalter brauchen ca. 11–12 Stunden Schlaf am Tag.

    • Schulkinder brauchen ca. 10–11 Stunden Schlaf am Tag.

    • Kinder über 12 Jahre brauchen rund 8–9 Stunden Schlaf am Tag, wobei der Bedarf in der Pubertät steigen kann.

    Schlafmuster und Schlafdauer ändern sich mit der Zeit. Babys machen meist viele kleine Nickerchen, während ältere Kinder schon ganze Nächte durchschlafen. Das hängt jedoch nicht nur vom Alter, sondern auch individuell vom Kind und seinem Wohlbefinden ab.

    Bei Krankheiten oder Entwicklungssprüngen kann die Schlafqualität kurzfristig beeinflusst werden, solche Phasen dauern aber meist nicht lange an. Schlechter Schlaf oder Einschlafprobleme sind kein "Fehler" oder "Versagen", sonden häufig ein natürlicher Teil der Entwicklung des Kindes.

  • Die ersten Monate – Babys & Neugeborene

    Der Schlaf von Babys ist bei werdenen und frischgebackenen Eltern ein großes Gesprächsthema. Neugeborene schlafen zwar viel, aber meistens nicht lange am Stück, was belastend sein kann. Es kann einige Zeit dauern, bis man sich als Eltern an den Schlafrhythmus des Babys gewöhnt hat – und nicht selten verändert der sich auch schon wieder, sobald man sich einmal daran gewöhnt hat. Das Wichtigste, wofür Du als Elternteil sorgen solltest, ist eine sichere und ruhige Schlafumgebung, damit Dein Baby seinen natürlichen Rhythmus finden kann.

  • In was für einem Bett sollten Babys schlafen?

    Ein Neugeborenes braucht eigentlich noch kein richtiges Bett, meist reicht schon ein sicherer Schlafplatz, der stabil ist und an dem sich keine losen Gegenstände befinden. Wenn Du möchtest, dass Dein Baby ein eigenes Bett hat, eignen sich: 

  • Was sollte man Babys beim Schlafen anziehen?

    Vor allem ist wichtig, dass Deinem Kind nicht zu warm wird, wenn es schläft. In normal beheizten Räumen reicht oft:

    • Ein Body oder Schlafanzug, je nach Jahreszeit

    • Eine weiche Decke mit guter Atmungsaktivität, zum Beispiel mit Lochmuster

    • Alternativ ein Schlafsack

  • Sollten Babys auf dem Rücken oder auf dem Bauch schlafen?

    Babys sollten im ersten Lebensjahr sowohl tagsüber als auch nachts immer auf dem Rücken liegen, wenn sie schlafen. Laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit reduziert die Rückenlage das Risiko für den Plötzlichen Kindstod (SIDS) deutlich und ist daher die sicherste Schlafposition für Babys. Auch vom Schlafen auf der Seite wird abgeraten, weil auch hier das Risiko für einen Plötzlichen Kindstod erhöht ist und das Baby außerdem leicht auf den Bauch rollen kann. Wenn das Baby wach ist, solltest Du es aber natürlich gerne immer wieder mal auf den Bauch legen, damit es seine Rücken- und Nackenmuskulatur sowie Motorik trainieren kann.

    • Von etwa 1 bis 6 Jahre – Kleinkind- & Kindergartenalter

      Wenn die Babyzeit vorbei ist, verändert sich auch der Schlaf des Kindes. Bei Kleinkindern und im Kindergarten- bzw. Vorschulalter spielen besonders Routinen und Sicherheit eine große Rolle. Und manchmal ist die Dickköpfigkeit auch stärker als jede Müdigkeit. Viele Eltern berichten, dass der Schlafrhythmus stabiler wird, wobei auch neue Herausforderungen auftauchen – nächtliches Aufwachen, Albträume oder der Klassiker: "Ich bin noch gar nicht müde!"

       

      Häufige Schwierigkeiten für Kinder beim Schlafen

      Es ist normal, dass Kinder Albträume haben, nicht ins Bett gehen wollen, Angst im Dunkeln haben, sich nicht von den Eltern trennen wollen oder von zu viel Bildschirmzeit am Abend negativ beeinflusst werden. Hier sind Einschlafroutinen wirklich das A und O. Eine einheitliche Bettzeit, verlässliche Abendroutine und ruhige Aktivitäten vor dem Schlafengehen geben Kopf und Körper deutliche Signale, dass es jetzt Zeit fürs Herunterfahren wird. Wenn es bei euch Einschlafprobleme gibt, probier doch mal die folgenden Tipps aus:

      • Gutenachtgeschichten vorlesen: lies Deinem Kind mit sanfter und ruhiger Stimme Kinderbücher vor, in denen nicht allzu viel Spannendes passiert.

      • Ruhige Musik spielen: Spiele ruhige Musik auf niedriger Lautstärke über Dein Handy oder einen Lautsprecher ab. Wähle dabei Musik, die beruhigend wirkt und Dein Kind nicht ablenkt.

      • Nachtlicht: Ein Nachtlicht hilft vielen Kindern, wenn sie Angst im Dunkeln haben.

      • Kuschltier oder Schnuffeldecke: Ein treuer Begleiter hilft gegen Einsamkeit in der Nacht. Tipp: Schlafe selbst ein paar Nächte mit dem Kuscheltier oder dem Schmusetuch Deines Kindes, damit es nach Dir riecht und Deinem Kind so noch mehr Sicherheit vermittelt.

      • Gemeinsam schlafen: Manchmal braucht ein Kind die Nähe eines Erwachsenen, um sich beruhigen und einschlafen zu können.

      • Kontaktiere die Kinderärztin bzw. den Kinderarzt, wenn die Schlafprobleme nicht besser werden und das Wohlbefinden des Kindes oder der Familie längerfristig beeinflussen.

       

      In was für einem Bett sollten Kinder schlafen?

      Auch für etwas größere Kinder ist ein sicheres Kinderbett mit guter Matratze und eventuell einem Herausfallschutz wichtig. Du kannst in diesem Alter zwischen verschiedenen Arten von Betten wählen:

      • Ein Mitwachsbett kann verlängert werden und wächst so mit dem Kind.

      • Ein Kinderbett ist ideal für größere Kinder, die schon selbst aufstehen können.

      • Ein Bettgitter sorgt dafür, dass das Kind im Schlaf nicht aus dem Bett fällt.

    • Was sollte man Kindern zum Schlafen anziehen?

      Für guten Schlaf bei Kindern, ist die richtige Schlafkleidung essentiell. Kinder, die nachts schwitzen oder frieren, schlafen oft unruhiger. Deshalb ist es wichtig, den Schlafanzug an die Jahreszeit und Raumtemperatur anzupassen. Dafür eignen sich zum Beispiel: 

    • Das Familienbett – gemeinsam mit Babys oder Kindern schlafen

      Gemeinsam und mit viel Nähe zu schlafen, ist besonders während der Stillzeit sehr üblich. Dabei wird jedoch meist empfohlen, dass das Kind in einem eigenen Beistellbett neben dem Elternbett schläft. Gemeinsam in einem Familienbett zu schlafen, wird häufig erst ab einem Alter von 3 Monaten empfohlen, um möglichen Risiken vorzubeugen. 

      Für viele Familien bedeutet das Familienbett oder ein Beistellbett mehr Sicherheit, leichteres Einschlafen und einfaches Stillen oder Füttern in der Nacht. Für andere funktioniert das alles besser, wenn das Kind in seinem eigenen Zimmer schläft. Auch hier ist es wieder am allerwichtigsten, die passende Lösung für eure individuelle Situation und genau die richtigen Schlafroutinen für eure Familie zu finden.

    • Vorteile beim Familienbett

      • Mehr Nähe

      • Oft weniger Aufwachen in der Nacht

      • Einfacheres Einschlafen

      • Stärkere Bindung

      • Kann für eine bessere Schlafqualität bei Kind und Eltern sorgen

    • Wichtig zu beachten

      • Verwende eine feste Matratze

      • Halte Decken und Kissen vom Gesicht des Babys fern

      • Schaffe einen eigenen Platz für das Baby, auf Kopfhöhe der Eltern

      • Stelle sicher, dass das Kind nicht aus dem Bett fallen kann

      • Verwende gerade am Anfang gerne ein Beistellbett oder Babynest

    • Häufige Fragen zum Schlaf bei Babys und Kindern

    • Ab welchem Alter können Kinder alleine schlafen?
      Es gibt kein bestimmtes Alter, ab dem Kinder alleine schlafen können oder müssen. Manche Kinder schlafen schon früh alleine, andere brauchen noch länger Nähe. Am wichtigsten ist, dass sich sowohl das Kind als auch die Eltern sicher und wohlfühlen.
       
      Wie schaffe ich eine Schlafroutine für mein Baby?
      Beginne schon in den ersten Wochen mit einfachen Routinen wie Baden, Schlafanzug anziehen, gedämpfter Beleuchtung und ruhigen Aktivitäten vor dem Schlafengehen. Halte Dich konsequent an diese Routinen, um sie gut zu verankern.
       
      Was ist Schlafregression?
      Als Schlafregression werden Phasen bezeichnet, in denen sich die Schlafgewohnheiten von Babys oder Kindern plötzlich ändern. Oft hängt das mit Entwicklungssprüngen zusammen und taucht im Alter von etwa 4, 8 und 12 Monaten auf. Diese Perioden gehen jedoch meist innerhalb weniger Wochen oder Monate von selbst wieder vorbei.
       
      Ab wann kann mein Kind im eigenen Zimmer schlafen?
      Es wird oft empfohlen, dass Kinder aus Sicherheitsgründen in den ersten 6 bis 12 Monaten mit den Eltern in einem Zimmer schlafen. Danach kommt es ganz auf die Wünsche und Bedürfnisse der Eltern und des Kindes an.
       
      Wann sollten Kinder schlafen gehen?
      Die meisten Kinder kommen am besten mit einer Schlafenszeit um etwa 18 bis 20 Uhr zurecht, die alters- und bedürfnisgerecht angepasst werden sollte.
       
      Warum ist Schlaf wichtig für Kinder?
      Schlaf ist für alle Menschen wichtig, aber für Kinder ganz besonders. Im Schlaf werden unter anderem Wachstum, Lernen, Immunsystem, Gefühlsregulierung und Konzentration gefördert.
       
      Ab wann brauchen Kinder keinen Mittagsschlaf mehr?
      Die meisten Kinder hören irgendwann im Alter zwischen 2 und 5 Jahren, meist zwischen 3 und 4 Jahren mit dem Mittagsschlaf auf.
       
      Warum zuckt mein Kind beim Einschlafen?
      Zucken beim Einschlafen ist meistens komplett normal und passiert, wenn das Nervensystem vom Wachzustand auf Schlaf umstellt. Medizinisch wird das Phänomen als Einschlafmyoklonus bezeichnet. Wenn die Zuckungen lange anhalten oder gehäuft auftreten, kann es jedoch sinnvoll sein, die Kinderärztin oder den Kinderarzt dazu zu befragen.
       
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